04. 2015

Nun endlich mal wieder etwas Neues aus meiner Bastelstube.

Die Geräte der FT-DX-Serie von Yaesu sind anscheinend sehr beliebt. Für den Preis bekommt man ein gutes Stationsgerät mit guten Eigenschaften. Die Sender bringen eine saubere Modulation, haben auch den sogenannten "Punsh" und die Aussendungen sind sauber. Ab FT DX 3000 aufwärts ist auch der RX noch einen "Zacken schärfer". Was aber alle gemeinsam haben ist eine einfache Regelung die in keinem Verhältnis zum sonst guten RX stehen. Für die von Yaesu selbst gelobten High-Perfomance Empfänger erwarte ich auch eine sogenannte Hägeregelung. Offenbar ist es Yaesu noch nie gelungen da etwas vernünftiges zu kreieren. Für meinen FT897 habe ich ja vor längerer Zeit eine Hängeregelung zum nachrüsten entwickelt, die bis heute gut funktioniert und von anderen Funkfreunden für gut befunden wird. Also kam die Frage ob ich so etwas auch für den FT-DX machen könnte. Nach eingehendem Studium der Schaltpläne wurde mir aber schnell klar das das doch nicht so einfach wird. Aber so etwas reizt mich ja besonders.

Die Regelung des TRX spricht schnell an ohne zu überschwingen und gleicht alle Schwankungen sauber aus. Die Regelzeitkonstante kann frei im Menü gewählt werden. Nun zu den Mankos der Regelung. Wählt man eine kurze Zeit regelt der RX zwischen den Sprachpausen auf und "pumpt" so hin und her. Bei einer langen Konstante braucht der Empfänger im Übergang von einer starken zu einer schwachen Station zu lange. Hinzu kommt das starke Knackimpulse oder andere kurze Signale den RX dicht machen und die schwache Station für einige Momente unhörbar ist. In der Audiodatei habe ich extra 2 schwache Stationen ausgesucht und das Knacken mit einem Lötkolben (Stecker rein und raus) erzeugt. hier Hörbeispiel mit der originalen Regelung ....klick....  https://df1jsf.hpage.com/get_file.php?id=28737835&vnr=271380    Es ist deutlich zu hören wie bei einem starken Knacken der Empfänger total zuregelt und die Station unhörbar wird.

Mein Ziel ist es, das mehrere Regelschleifen mit unterschiedlichen Zeiteigenschaften dieses Problem lösen. Eine schnelle soll kurze Signale sauber ausregeln, dann aber möglichst schnell den RX auf den Pegel des Nutzsignals zurückbringen. Eine langsame, mit vordefinierter Haltezeit, soll bei längeren Signalen verzögert nachziehen und während der Haltezeit auf Pegel bleiben. Danach aber schnell den Empfänger aufregeln. Wichtig dabei ist das die langsame Regelstufe immer unter dem Pegel der schnellen bleibt um bei schnellem Fading immer mitzukommen.

Aufgrund der Architektur der FT-DX-Serie ein schwieriges unterfangen. Letztlich bin ich auf zwei Lösungswege gekommen. Die erste Variante ist mit tiefgreifenden Umbauten im Gerät verbunden. Aber es bleiben alle Funktionen erhalten.

Die zweite hat einige Mankos, aber den Vorteil das das Gerät nicht "verbastelt" wird, da nur ein kleiner Eingriff (der jederzeit rückgängig gemacht werden kann) notwendig ist. Allerdings sind die Handregelung und die Rauschsperre ausser Funktion gesetzt.

Da die Handregelung nicht benötigt wird, dafür ist ja der Abschwächer da, und auch kein FM-Betrieb gemacht werden soll, fiel die Wahl auf die 2. Variante.

Hier ein Hörbeispiel, wieder mit selbsterzeugten Knackstörungen, allerdings jetzt mit der neuen Regelschaltung. ...klick....    https://df1jsf.hpage.com/get_file.php?id=28754213&vnr=588465

Nun ist deutlich zu hören das der Empfänger sofort nach der Knackstörung wieder auf dem Pegel des Nutzsignals ist. Die Impulse werden nur kurz ausgeregelt und die schwache Station bleibt über den gesamten Zeitraum hörbar.

Die gesamte Baugruppe ist auf einer SMD-Bestückten Platine mit ca. 5 x 3 cm aufgebaut und ins Gehäuse in eine schon vorhandene Gewindebohrung geschraubt.

  In der Bildmitte ist die Platine zu erkennen.

Die Regelung greift sehr schnell ohne überschwingen. Kurze Impulse oder kuzzeitige Träger werden ausgeregelt und der Empfänger ist sofort wieder runtergeregelt. Genauso bei kurzen Bemerkungen oder am Beginn eines Sendedurchgangs wird erst mit kurzer Konstante geregelt. Erst nach einigen Worten passt sich auch die langsamere Hängeschleife an den Signalpegel an. Bei normalen Gesprächsübergaben sowie kurzen Sprechpausen regelt der RX nicht sofort auf so das das Grundrauschen nicht hochkommt. Ca. 1/2 Sekunde nach einem Sprachdurchgang  regelt die AGC sprungartig auf b.z.w. passt sich dem Pegel des anliegenden Signals an. Das macht sich bei Übergängen von starken zu schwachen Stationen besonders positiv bemerkbar. Aber hört selbst bei der nachfolgenden Audiodatei. ....klick...

https://df1jsf.hpage.com/get_file.php?id=28754214&vnr=218155